Erschütternd… Holocaust Memorial

Holocaust 1

Es war nicht geplant… Und es traf mich unvorbereitet: das Holocaust Memorial in Boston.  Zuerst der Stein mit dem Gedicht von Martin Niemöller:

First they came for the Socialists, and I did not speak out—
Because I was not a Socialist.

Then they came for the Trade Unionists, and I did not speak out—
Because I was not a Trade Unionist.

Then they came for the Jews, and I did not speak out—
Because I was not a Jew.

Then they came for me—and there was no one left to speak for me.

Und dann der Gang durch die lichten Säulen mit den dunklen Zitaten:

“Ilse, a childhood friend of mine, once found a raspberry in the camp and carried it in her pocket all day to present to me that night on a leaf. Imagine a world where your entire possession is ONE raspberry and you give it to your friend.”Holocaust 2

Die Tränen, die ich beim Lesen vergiesse, sind nichts im Vergleich zum Tränenmeer, das diese Katastrophe randvoll füllte. Und hoffentlich ein Mahnmal, einzustehen! IMMER!

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…

Shopping at VS
Guess what’s in my shopping bag;-)

Boston macht’s uns einfach: Die rote Bodenmarkierung des Freedom Trail führt uns zu den wichtigsten Orten.  Und natürlich folgen wir nicht immer, kommen auf Um- und Abwege. Z. B. Quincy Market, wo uns vor lauter Essen der Appetit vergeht, oder Victoria’s Secret… pssst… Was hier in meiner Einkaufstasche landet, bleibt mein Secret;-)

Doch vor allem müssen wir – wie IMMER mit Max – guten Kaffee finden (was gar nicht so leicht ist in Boston)  und eine lokale Simkarte fürs iPad.

Only English!

Spannend auch zu sehen, zu fühlen, was Sprache mit uns macht… Wir sprechen ausschliesslich englisch – was Distanz schafft und mehr physische Nähe braucht…

Bunkerhill Monument

Bunkerhill Monument - SunsetAm Abend dann verschaffen wir uns Überblick vom Bunkerhill Memorial aus: eine wunderschöne Abendstimmung – ja, ich gebe es zu: Ich liebe diese Tageszeit, bin eine unverbesserliche Romantikerin – lese leider nur grad das falsche Buch dazu: “Ich bin” von Milena Michiko Flasar  (das grässliche Ende einer Bezieung, die wohl nie eine war) Zu traurig, viel trauriger als “Ich nannte ihn Krawatte”, das so melancholisch und wundervoll geschrieben ist (gehört auf jede Bucket List!).

MIT – Massachusetts Institute of Technology

Ein ganz grosses Highlight ist der Campus des MIT: so gross wie ein MIT MediaLabStadtteil! Eindrücklich ist aber vor allem die Offenheit, die man in Amerika nicht erwarten würde. Man spaziert einfach rein, z.B. ins Media Lab, und schaut den Leuten beim Arbeiten zu. Alle Menschen und Projekte werden auf grossen Touchscreens vorgestellt. Auch die Zusammenarbeit ist globalisiert: zwei sind vor Ort, einer ist via Smartphone zugeschaltet. So ist das heute, zusammen entwickeln, grenzenlos!

Im MIT-Museum hatte ich so etwas wie im Technorama erwartet… Doch ich werde überrascht: Es ist die Verschmelzung von Kunst und Technik – einfach (und meist auch komplex;-)) faszinierend! Zudem dürfen einige Studierende ihre Projekte vorstellen – eine wunderbare Bühne für Jungtalente. Ich bin begeistert!

Boston mit ❤

Und das muss auch gleich zu Beginn gesagt werden: Hier leben Menschen mit viel Herz! Mehr Freundlichkeit habe ich selten angetroffen: sogar wenn man bei Rot die Strasse überquert, erntet man ein freundliches Kopfnicken, der SUV-Fahrer hält selbstverständlich an. Und die Sonnenbrille, die ich liegen lasse, findet via Verkäuferin den Weg zurück zu mir, noch bevor ich den Verlust bemerkt habe.

Ja, der Zauber des Anfangs, der uns beschützt, wird hier in Boston manifest. (frei nach Hermann Hesse)

Ein gutes Omen für unser Sabbatical!